Herpes zoster am Auge

Herpes zoster am Auge (Zoster ophtalmicus)

Es gibt verschiedene Typen von Herpesviren, die verschiedenen Erkrankungen auslösen  (siehe „Herpes“). Eine Infektion mit Humanen Herpesviren Typ 3 (HHV-3, auch Varizella-zoster-Virus, VZV) erfolgt meist im Kindesalter über Tröpfchenübertragung oder direkten Hautkontakt und verursacht „Windpocken“, einen stark juckende  Hautausschlag, der spontan abheilt. Das Varizella-zoster-Virus „schlummert“ anschließend jedoch weiter im Körper und wird vom Immunsystem kontrolliert. Ist das Immunsystem jedoch z.B. durch Stress oder Abschwächung des Immunsystems (z.B. durch Infektions- oder Tumorerkrankungen), „erwacht“ das Varizella-zoster-Virus (sog. Virusreaktivierung“). Es breitet sich dann entlang einer Nervenbahn aus und und bildet einen Herpes zoster, eine Hautrötung mit sehr schmerzhaften Bläschen. Begleitend haben die Patienten oft einige Tage Fieber und fühlen sich abgeschlagen. Ein Herpes zoster tritt meist einseitig am Rumpf auf (daher „Gürtelrose“), er kann aber an jeder Körperstelle entstehen. Meist ist das betroffene Hautareal klar umgrenzt (sog. Dermatom). Breitet sich das Varizella-zoster Virus entlang des ersten Nervenastes (Nervus opthalmicus) des Nervus trigeminus (5.Hirnnerv) aus, so spricht man von einem Zoster opthalmicus. Je nach Schwere der Virusreaktivierung können nur die Hautsymptome vorliegen, es kann aber nach ca. 2-4 Wochen auch zu einer Entzündung aller Augenanteile (z.B. Hornhautenzündung, Bindehautentzündung, Entzündung des Sehnervsu.a.) mit Sehbeeinträchtigungen bis zur Erblindung kommen. Daher ist eine augenärztliche Mitbehandlung immer notwendig. Therapiert werden kann ein Herpes zoster mit sogenannten antiviralen (gegen Viren wirksame) Medikamenten und örtlichen antientzündlichen Tropfen und Cremes. Zusätzlich erhalten viele Patienten Schmerzmittel. Wichtig ist ein früher Therapiebeginn (innerhalb 72 h nach Auftreten der ersten Hautsymptome). So kann auch die Augenbeteiligung vermieden werden. Ein Herpes zoster heilt meist nur sehr langsam ab, bis zu einem Drittel aller Patienten entwickelt chronische Schmerzen an der betroffenen Hautstelle (sog. postherpetische Neuralgie). Die beste Vorbeugung ist die seit einigen Jahren verfügbare Impfung gegen das Varizella-zoster-Virus. Diese ist jedoch nur sinnvoll, wenn noch keine Erstinfektion (Windpocken) durchgemacht wurden.  Sie sollte daher bereits Kleinkindalter erfolgen. Seit 2018 gibt es eine Impfung („Shingrix“, Totimpfstoff) für Patienten ≥ 60 Jahren (≥50 Jahren für Risikopatienten), die das Auftreten eines Zoster und der postherpetischen Neuralgie reduzieren soll. Sie befindet sich gerade in einer Beobachtungsstudie.

 

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